Ein TYPO3Camp im Schloss
Das Schloss Hohenheim liegt im Stuttgarter Stadtteil Hohenheim und wurde zwischen 1772 und 1793 vom württembergischen Herzog Carl Eugen für seine spätere Frau Franziska Leutrum von Ertingen gebaut. Architekt war Reinhard F. H. Fischer. Heute wird das Schloss hauptsächlich von der Universität Hohenheim genutzt.
Für das TYPO3Camp stellt die Universität Hohenheim diese einmalige Location zur Verfügung. Alle Prunksäle des Schlosses werden für die Sessions geöffnet, so daß insgesamt vier parallele Tracks gehalten werden können. Alle Säle können komplett verdunkelt werden und haben Beamer und Leinwand.
Im Foyer wird ein Infostand eingerichtet und Verpflegungsmöglichkeiten angeboten. Eine Twitter-Wall und weitere Infoboards dienen zur schnellen Orientierung auf dem Camp.
Raum jweiland.net
Beim Bau wurde der Mittelsaal des Schlosses als Zentrum der Residenz konzipiert. Hier sollte der Herzog Hof halten. Doch da der Raum erst nach dem Tod Carl Eugens fertig gestellt wurde, fanden hier niemals Feste oder Empfänge des Herzogs statt.
Später, im 19. Jahrhundert, dient der Raum als Ort für Sitzungen und Versammlungen des Landwirtschaftlichen Instituts. Der Wandschmuck und die Öfen werden entfernt und der gesamte Raum in ‚akademisch nüchternem’ Weiß gestrichen.
Aus den Tagebuch-Aufzeichnungen Johann Wolfgang von Goethes über seinen Besuch in Hohenheim im Jahr 1797 ist bekannt, dass der Raum damals einen prächtigen Wandschmuck hatte. Aber erst bei den Restaurierungsarbeiten im Schloss fand man unter dem Putz Reste des ursprünglichen Alabasters - die bunten gemaserten Wand-Platten im Raum - und des Stuck-Marmors - die hellen gemaserten Wand-Dekorationen im Raum.
Mit Alabaster aus dem Remstal und den Löwensteiner Bergen stellte man dann die ursprüngliche Gestalt des Saales wieder her. So besitzt die Universität heute einen prachtvollen Raum für festliche Veranstaltungen, um den sie von vielen beneidet wird.
Raum digiparden
Als Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1797 Hohenheim besucht, vermerkt er in seinem Tagebuch auch, dass im Westflügel des Schlosses in einigen Räumen Bauarbeiten stattfinden.
Von den Rokoko-Dekorationen im östlichen Teil des Schlosses ist Goethe enttäuscht bis entrüstet, die Arbeit der im Westflügel tätigen schwäbischen Klassizisten Isopi und Thouret begeistert ihn jedoch: „Da ein Teil des Schlosses noch nicht ausgebaut ist, lässt sich hoffen, dass (durch Isopi und Thouret) die Dekoration sehr gewinnen werde“.
Tatsächlich herrscht in den wenigen 1797 ausgebauten Räumen ein ganz anderer, ein klassizistischer Stil vor.
Raum Schommer Media
Dieser Raum wurde im Laufe der Zeit so sehr verändert, dass man bis zu den Renovierungsarbeiten um 1970 nichts mehr von seiner ursprünglichen Gestalt wusste.
Bei der Restaurierung fand man jedoch unter der Putzschicht Reste der ursprünglichen Dekoration: auf die Wände gemalte Volants und Scheinarchitektur. Ein Beispiel dafür sieht man an dem kleinen Stück des freigelegten Originals an der Westseite des Raums, rechts oberhalb der Eingangstüre. Nach diesen Mustern wurde das Zimmer dann rekonstruiert. Damit kommt der Blaue Saal heute dem ursprünglichen Zustand Ende des 18. Jahrhunderts sehr nahe.
Die in den Wandgemälden vorherrschende Farbe gibt dem Raum heute seinen Namen. Der Blaue Saal ist ein beliebter Raum für Veranstaltungen der Universität.
Raum 21TORR
Ursprünglich ist der Raum 21TORR als Schlafzimmer für den Herzog geplant gewesen. Geschlafen hat Herzog Carl Eugen hier aber nie – als er starb, war die Dekoration zwar schon fertig gestellt, das Prachtbett jedoch noch nicht geliefert worden.
Es wird bisweilen davon gesprochen, das Hohenheimer Schloss sei eines der kostengünstigsten Schlösser Carl Eugens. Nun – sein Schlafzimmer hat eine Grundfläche von knapp 120 Quadratmetern. Heutzutage bringt man auf dieser Fläche eine Vierzimmerwohnung unter. Zu knapp war dieses letzte Schloss Carl Eugens also auch nicht konzipiert.
Während der damaligen Nutzung durch das Landwirtschaftliche Institut wird dieser Raum, wie übrigens auch die anderen herzoglichen Privatgemächer im Ostflügel - heute Bereichsbibliothek für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften - als Dienstwohnung genutzt. Selbstverständlich wurden damals die Räume durch Zwischenwände geteilt und die Decke durch eine Zwischendecke um circa 1,5 Meter tiefer gesetzt. Unterhalb dieser Zwischendecke entfernte man den ‚alten‘ Wandschmuck und richtete die Räume nach dem Zeitgeschmack ein. Damit ging die gesamte ursprüngliche Wanddekoration verloren. Die Deckenzone, die sich oberhalb der Zwischendecken befand, blieb allerdings erhalten und konnte weitgehend restauriert werden.
Heute dient dieser Raum als Konferenzraum der Universität, hier tagen auch die wichtigen Gremien der Universität. Die Tatsache, dass dieser Raum ursprünglich als ‚Schlafzimmer‘ konzipiert war, sei – so hört man – reiner Zufall und habe mit der aktuellen Nutzung nichts zu tun.
Raum Lightwerk
Der Raum Lightwerk gehört ebenfalls zu den Räumen, die im Jahr 1797 im neuen klassizistischen Stil ausgebaut werden.
Besonders auffallend an diesem Stil sind nüchterne, klare Linien und die Dominanz der Fläche – ein deutlicher Unterschied zu der Verspieltheit der im Rokoko-Stil ausgeschmückten Räume im Ostflügel.
Heute dient auch dieser Raum für Tagungen und Veranstaltungen der Universität. Die Erhaltung der historischen Raumwirkung ist perfekt kombiniert mit den technischen Anforderungen an einen modernen Konferenzraum.
Raum anders und sehr
Mit 106 Sitzplätzen gehört der Raum anders und sehr zu den mittelgroßen Hörsälen an der Universität Hohenheim. Trotz der Nähe zu den restlichen Schloßräumen ist dieser Raum nicht sehr prunkvoll eingerichtet, was das moderne Multimediaequipment aber schnell wieder wett macht. Ein Beamer mit Leinwand (7qm Projektionsfläche) sowie eine Lautsprecheranlage werden jede Session unterstützen.
Samstags findet hier auch die TYPO3 Zertifizierung statt.















